Kinder- und Jugendhospizdienst: Kurs fĂŒr ehrenamtliche Mitarbeit startet

Kinderhospizarbeit wendet sich hÀufig den Geschwistern zu (Foto: Ralf Bleckmann)

Wer Interesse hat, sich im Kinder- und Jugendhospizdienst zu engagieren, und sich fĂŒr den Kurs ab 10. MĂ€rz anmelden möchte, kann dies im Sekretariat der Hospiz-Initiative unter (0281) 44299054 tun.

Kinder trauen sich was. Zum Beispiel solche Fragen zu stellen: „Was passiert, wenn ich sterbe?“ Keine einfache Frage, erst recht nicht, wenn sie von einem Kind kommt, das unheilbar krank ist. Und dies auch weiß. Wer auf diese Frage antwortet, sollte vor allem eins sein: Ehrlich, sagt Annegret Marquardt. Sie ist die neue Koordinatorin des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes bei der Hospiz-Initiative Wesel und weiß, worauf es bei der Begleitung von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen ankommt. Wissen, das sie weitergibt. Im MĂ€rz beginnt ein neuer Kurs fĂŒr Menschen, die sich auf diesem Feld engagieren möchten. 

Seit 2012 gehört der Kinder- und Jugendhospizdienst zum Angebot der Hospiz-Initiative. Birgit Terhorst, die sich jetzt anderen Aufgaben in der Hospiz-Initiative widmet, hat ihn aufgebaut. Sechs Familien sind seit dem Start betreut worden. Das hört sich nach wenig und damit nach einer entspannten TĂ€tigkeit an, ist es aber ganz und gar nicht. Die Begleitung von Kindern mit einer tödlichen Krankheit kann sich ĂŒber Jahre hinziehen. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zur Sterbebegleitung von Erwachsenen, die in der Regel auf dem letzten StĂŒck ihres Weges unterstĂŒtzt werden.  

Und: „FĂŒr die ehrenamtlichen KrĂ€fte steht beim Kinder- und Jugendhospizdienst sehr deutlich die gesamte Familie im Fokus.“ Ein Mobile ist fĂŒr Birgit Terhorst das ideale Bild, um die Arbeit anschaulich zu erklĂ€ren. „Bei einem Mobile geht es darum, dass alle KrĂ€fte austariert sind. Aber gerĂ€t ein Element ins Wanken, dann gerĂ€t alles ins Wanken.“ Im Klartext: Wird ein Kind krank, sind auch alle anderen Mitglieder der Familie betroffen.  

Wie die Geschwister. „Sie mĂŒssen oft zurĂŒckstecken, weil Mama und Papa wenig Zeit haben.“ Eine von vielen möglichen Aufgaben fĂŒr die Ehrenamtlichen. Mit dem Kind Hausaufgaben machen und spielen, es zum Sportverein bringen, zuhören. Aber: „Wir sind auf gar keinen Fall die Konkurrenten der Eltern.“ Alles mĂŒsse in Absprache mit ihnen geschehen, es gehe nicht darum, die liebe Oma zu ersetzen, die Cola und GummibĂ€rchen erlaubt, obwohl die Eltern das ausdrĂŒcklich verboten haben. 

Ein wichtiger Punkt. Es gehe darum, die Familie zu unterstĂŒtzen, nicht darum, ihr mit erhobenem Zeigefinger zu sagen, was sie tun habe. „Wer hilft, muss lernen, sich zurĂŒckzunehmen, und Situationen so zu akzeptieren wie sie sind.“ Die Helferinnen und Helfer seien die StĂŒtzen, die Eltern die Fachleute. In allen Bereichen: bei der Betreuung des kleinen Patienten, beim ganz normalen Familienleben, bei den Regeln und Ritualen, die in dieser Familie fĂŒrs Zusammenleben gelten. 

Wie vielfĂ€ltig die Aufgaben von Ehrenamtlern sind, die beim Kinder- und Jugendhospizdienst mitmachen, wird in dem Kurs ab MĂ€rz deutlich werden. Bis zu den Sommerferien geht es an jeweils zwei Samstagen im Monat unter anderem um Kommunikation, um Familiensysteme, wer welche Rollen hat, um NĂ€he und Distanz, ein wichtiges Thema, weil viel Zeit in der Familie verbracht wird, und um Grundbegriffe in Sachen Pflege und medizinische GerĂ€te. Die Ehrenamtler ĂŒbernehmen keine Pflegeaufgaben, sollen aber zum Beispiel wissen, was ein epileptischer Anfall ist oder wie ein BeatmungsgerĂ€t funktioniert.  

Der Kurs lĂ€uft bis zu den Sommerferien, danach sind verschiedene Einzelveranstaltungen fĂŒr die Gruppe geplant. Aber bereits unmittelbar nach den Ferien, so Annegret Marquardt, seien die ersten EinsĂ€tze möglich. Mit intensiver Begleitung, versteht sich. Sie ist gelernte Krankenschwester, kann zahlreiche Zusatzqualifikationen, unter anderen in der Notfallseelsorge, aufweisen, im Laufe dieses Jahres kommt noch die pĂ€driatische Palliativcare-Fachweiterbildung dazu. Als Koordinatorin ist sie die erste Ansprechpartnerin fĂŒr die Familien, klĂ€rt mit ihnen ab, welche UnterstĂŒtzung gebraucht wird, kann so herausfinden, welche UnterstĂŒtzer zu welcher Familie passen, und ist wĂ€hrend des gesamtes Einsatzes eine Art BrĂŒcke zwischen Familien und Ehrenamtlichen. FĂŒr die kĂŒnftigen Helferinnen und Helfer gibt es außerdem regelmĂ€ĂŸige Supervisionstreffen, um die Erlebnisse in den Familien zu verarbeiten. 

 

 

Ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht !

Die Hospiz-Initiative Wesel e.V. sucht fĂŒr den Kinder- und Jugendhospizdienst ehrenamtliche Mitarbeiter.

Ein neuer BefĂ€higungslehrgang startet im FrĂŒhjahr 2018.

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen zur Informationsveranstaltung am:  

Samstag, den 10. MĂ€rz 2018 von 9.00 bis 13.00 Uhr
im Gemeindehaus an der Gnadenkirche

Um Voranmeldung wird gebeten unter der Rufnummer: 
0281 / 44299054  

 

 

 

 

 

Neuer Vorstand

Claudia Böckmann

Am 21.03.2017 wurde der Vorstand neu gewÀhlt.

Vorsitzende bleibt Claudia Böckmann.
Stellvertreter sind Pfr`in Gesine Gawehn und Winfried Gielen, Beisitzerinnen sind Uschi Raudonat, Hannelore Schmidt, Erika Fellner-Weber und Birgit Koch, die neu dazugekommen ist.

Herzlich Willkommen.

Verabschiedet wurde Beate Zigenhorn, wir bedanken uns herzlich bei Ihr fĂŒr die gute Zusammenarbeit.

Jahresbericht 2016 von Claudia Böckmann als PDF

 

 

 

 

 

 

 

 

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